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Unzufrieden mit dem Arbeitszeugnis? So forderst du erfolgreich eine Korrektur!

  • Autorenbild: Gunnar Doehring
    Gunnar Doehring
  • 20. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

Du hältst dein lang ersehntes Arbeitszeugnis in den Händen, überfliegst die Zeilen und denkst dir: „Moment mal, wer ist diese Person, über die hier geschrieben wird? Ich bin das jedenfalls nicht!“ 

Egal, ob wichtige Aufgabenbereiche komplett unter den Tisch gefallen sind, die Beurteilung eher einer mauen 3 als der verdienten 1-2 entspricht oder der Text vor lauter versteckten Codes nur so strotzt – der Frust ist absolut verständlich. Schließlich hast du dich jahrelang für das Unternehmen reingehängt.

Als Bewerbungscoach sehe ich das leider fast täglich. Machen wir uns nichts vor: In vielen Personalabteilungen herrscht chronischer Zeitmangel. Da wird gerne mal in die Copy-Paste-Kiste gegriffen oder ein liebloser Textbaustein-Generator angeworfen. Manchmal steckt böse Absicht dahinter, oft ist es schlichtweg Unwissenheit oder Bequemlichkeit.

Aber: Du musst ein schlechtes oder unvollständiges Arbeitszeugnis nicht einfach hinnehmen! In Deutschland gilt der Grundsatz der Zeugniswahrheit und der Zeugnisklarheit. Ein Zeugnis muss wohlwollend formuliert sein und darf dir beim weiteren Karriereweg keine Steine in den Weg legen.

Hier sind meine konkreten Lösungsvorschläge, wie du dein Zeugnis professionell und zielgerichtet anfechtest.

Schritt 1: Emotionen raus, Analyse rein

Bevor du wutentbrannt in der HR-Abteilung anrufst, atme tief durch. Im ersten Schritt musst du genau herausfinden, was nicht stimmt. Die berühmt-berüchtigte „Zeugnissprache“ ist tückisch.

  • Fehlen Aufgaben? Prüfe, ob dein Tätigkeitsbereich vollständig und branchenüblich abgebildet ist. Wenn du als Marketing Manager gearbeitet hast, dein Zeugnis aber nur von Flyern und nicht von deiner millionenschweren Online-Kampagne spricht, fehlt das Wichtigste.

  • Stimmt die Note nicht? Zur Einordnung: „Er/Sie erledigte die Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“ ist eine 1. Fehlt das „stets“ oder das „vollsten“, rutschst du schnell ab.

  • Gibt es formale Fehler? Falsches Eintrittsdatum? Rechtschreibfehler? Flecken auf dem Papier? Das alles sind absolute No-Gos und sofortige Korrekturgründe.

Oft sind es aber nicht die offensichtlichen Fehler, sondern oft liegt der Fehler im Detail. Und diese Fehler erkennt auch keine KI, kein Chat GPT etc. Denn keine KI entdeckt fehlende individuelle Erfolge, besondere Kenntnisse deiner Position oder deiner Branche. Keine KI kennt dich! Und daher kann ein erster Check deines Zeugnisses durch KI nur ein kleiner Hinweisgeber sein - eine realistische Einschätzung solltest Du von einem Profi anfordern. Bestenfalls mit der Erstellung eines Gegenentwurfes.

Schritt 2: Der diplomatische Erstkontakt

Gehe immer erst einmal vom Guten aus (selbst wenn es schwerfällt). Rufe deine ehemalige Führungskraft oder die Personalabteilung an und weise freundlich auf die „Versehen“ hin. Ein Satz wie: „Vielen Dank für das Zeugnis. Mir ist aufgefallen, dass mein Hauptprojekt X gar nicht erwähnt wurde und ich glaube, bei der Schlussformel hat sich ein Fehler eingeschlichen – könnten wir das noch kurz anpassen?“ wirkt oft Wunder. Niemand gibt gerne Fehler zu, aber durch die Blume verpackt lenken viele Arbeitgeber schnell ein.

Schritt 3: Der schriftliche Widerspruch (Mein Pro-Tipp)

Wenn der Anruf nichts bringt oder du auf Granit beißt, musst du formell werden. Schreibe eine freundliche, aber sehr bestimmte E-Mail oder einen Brief.

Hier kommt mein wichtigster Rat als Coach: Kritisiere nicht nur, sondern liefere die Lösung gleich mit! HR-Abteilungen hassen Mehrarbeit. Wenn du nur schreibst: „Das Zeugnis ist schlecht, bitte neu machen“, wandert dein Anliegen ganz nach unten auf den Stapel. Mach es ihnen so einfach wie möglich.

  1. Liste sachlich auf, mit welchen Passagen du nicht einverstanden bist.

  2. Liefere einen konkreten Gegenentwurf! Schreibe den Absatz oder das komplette Zeugnis genau so, wie du es haben möchtest.

In 80 % der Fälle wird dein Entwurf (vielleicht mit minimalen Änderungen) einfach übernommen, weil die Gegenseite das Thema damit schnell und geräuschlos vom Tisch hat.

Ein Arbeitszeugnis ist deine Eintrittskarte für kommende Traumjobs. Und es begleitet dich dein berufliches Leben lang.

Überlass hier nichts dem Zufall und akzeptiere keine lauwarmen Kompromisse. Die Entschlüsselung von Zeugniscodes und das Formulieren eines wasserdichten Gegenentwurfs können ohne Erfahrung sehr oft & schnell nach hinten losgehen.

Als Bewerbungscoach weiß ich genau, welche Formulierungen Personaler lesen wollen und wo die roten Flaggen versteckt sind. Lass uns keine Zeit verschwenden und dein Zeugnis zu dem machen, was es sein soll: Ein starkes Argument für deine nächste Einstellung.

Du willst dein Arbeitszeugnis prüfen oder direkt professionell korrigieren lassen? Dann schau hier vorbei und lass uns loslegen: 👉 https://www.doehring-hr.de/arbeitszeugnis-korrigieren-lassen

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