Jahresgespräch: So holst du das Beste für deine Karriere raus
- Gunnar Doehring

- 12. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Ende des Jahres stehen viele Termine im Kalender..! Und damit meine ich nicht nur Weihnachtsfeier & Co.!
Ein wichtiger Termin steht im Kalender: Das Jahresgespräch. Für viele ist es ein Pflichttermin, der irgendwo zwischen Nervosität und "Lass es uns schnell hinter uns bringen" rangiert. Aber stopp! Wenn du diesen Termin nur absitzt, verschenkst du bares Geld und wertvolle Karrierechancen.
Das Mitarbeitergespräch ist deine Bühne. Es ist der eine Moment im Jahr, in dem sich alles nur um dich, deine Leistung und deine Zukunft drehen soll. In diesem Artikel will kich dir helfen, wie du dich optimal vorbereitest, schwierige Themen meisterst und wie du das Gespräch nutzt, um dein Gehalt und deine Weiterbildungswünsche durchzusetzen.
Los geht`s!
Phase 1: Der Rückblick
Eine gute Vorbereitung ist 90 % des Erfolgs. Bevor du in den Raum gehst, brauchst du einen glasklaren Blick auf das vergangene Jahr.
Deine Erfolge
Liste deine Projekte auf. Wo hast du Zeit gespart? Wo hast du Umsatz generiert? Wo hast du das Team unterstützt? Zahlen, Daten und Fakten sind hier deine besten Freunde.
Herausforderungen & Schwierigkeiten
Niemand ist perfekt. Vorgesetzte schätzen Mitarbeiter, die reflektiert sind. Wenn etwas im letzten Jahr nicht optimal lief, sprich es proaktiv an, bevor es dein Chef tut.
So gehst du damit um: Vermeide Ausreden. Nutze stattdessen das "Lern-Framing".
Was lief weniger optimal? Benenne das Problem konkret (z.B. "Das Projekt XY wurde nicht rechtzeitig fertig").
Wie hast du es gemeistert/gelöst? ("Ich habe daraufhin die Kommunikation im Team intensiviert und Überstunden priorisiert.")
Was hast du daraus gelernt? Das ist der wichtigste Punkt. ("Ich habe gelernt, dass ich früher 'Nein' sagen muss, wenn Ressourcen fehlen, und habe mir dafür nun ein besseres Zeitmanagement-Tool zugelegt.")
Pro-Tipp: Schwächen zu zeigen, die man bereits aktiv angeht, zeugt von Reife und Führungspotenzial.
Phase 2: Feedback & Entwicklung – Wohin geht die Reise?
Das Jahresgespräch ist keine Einbahnstraße. Es geht um deine Entwicklung.
Sammle vorab Feedback ein: Warte nicht nur auf das Urteil deines Chefs. Was sagen Kollegen oder Kunden?
"Der Kunde Mustermann hat meine schnelle Reaktionszeit gelobt."
"Im Team konnte ich durch meine Excel-Skills den Kollegen viel Arbeit abnehmen."
Dies stärkt deine Position enorm. Überlege dir zudem:
Welche Ziele hast du erreicht?
Und noch wichtiger: Welche Skills hast du neu gelernt? Zeige, dass du nicht stehengeblieben bist.
Phase 3: Der Ausblick
Jetzt wird es spannend. Du hast gezeigt, was du kannst.
Jetzt geht es darum, was du willst.
Weiterbildung: So zahlt der Chef deine Fortbildung
Du möchtest ein Seminar besuchen oder eine Zertifizierung machen? Bitte nicht einfach nur "haben wollen". Du musst es verkaufen.
Die goldene Regel: Argumentiere immer mit dem Nutzen für die Firma.
Falsch: "Ich würde gerne diesen Photoshop-Kurs machen, das interessiert mich privat."
Richtig: "Da wir im nächsten Jahr mehr Social Media Content planen, möchte ich meine Skills im Grafikbereich professionalisieren. Mit der Fortbildung XY kann ich künftig Grafiken intern erstellen, was uns Agenturkosten spart."
Gehaltserhöhung: Trau dich!
Das Thema Geld ist heikel, aber notwendig. Eine Gehaltserhöhung ist kein Almosen, sondern eine Anpassung an deinen gestiegenen Marktwert und deine Leistung.
Argumente, die punkten:
Erweiterter Aufgabenbereich: Machst du mehr als noch vor einem Jahr?
Erfolge: Hast du konkrete Mehrwerte geschaffen (Kosten gesenkt, Umsatz gesteigert)?
Marktwert: Hast du dich spezialisiert?
So formulierst du den Wunsch: Verzichte auf den Konjunktiv ("Ich würde mich freuen, wenn eventuell..."). Sei freundlich, aber bestimmt.
"Rückblickend auf das letzte Jahr habe ich meine Ziele nicht nur erreicht, sondern durch Projekt Z übertroffen und zusätzlich Verantwortung für den Bereich Y übernommen. Aufgrund dieser Leistungssteigerung und meiner gewachsenen Erfahrung stelle ich mir eine Gehaltsanpassung von [X] Prozent vor."
Vermeide diese Argumente:
Inflation (betrifft alle).
Private Kosten (Miete, Wohnen, Fahrtweg).
Vergleich mit Kollegen ("Aber Herr Meier verdient mehr").
Fazit: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel
Okay, beim "Doppelpass" müsste ich für dieses Fazit jetzt 3€ in das Phrasenschwein werfen ;-)
Trotzdem - Das Jahresgespräch endet nicht, wenn du den Raum verlässt.
Protokoll: Fasse die Ergebnisse schriftlich für dich zusammen und hake bei deinem Vorgesetzten nach, ob er dir ebenfalls ein Protokoll senden wird (das sollte eigentlich selbstverständlich sein).
Ziele: Fixiere die neuen Ziele für das kommende Jahr sofort.
Das Jahresgespräch ist deine Chance, das Steuer in die Hand zu nehmen. Bereite dich gut vor, sei selbstbewusst bei deinen Forderungen und ehrlich bei deinen Fehlern. Dann wird aus dem Pflichttermin ein Karriere-Booster.
Wenn Sie dabei Hilfe brauchen, schauen Sie sich mein Angebot im Karrierecoaching an.
Viel Erfolg!


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